UNSER PRIVATER ZOO

Seit es "AlienJester" gibt, haben wir mehr als einmal recht spontan zugeschlagen und uns Tiere nach Hause geholt, mit denen wir immer viel Freude hatten. Ganz zuerst waren da die Dsungarischen Zwerghamster, danach kamen Ratten, Meerschweinchen und ein Streifchenhörnchen; seit wir im Haus leben, kamen auch noch die Bartagamen sowie der Gartenteich mit Goldfischen, Moderlieschen, Bitterlingen, Teichmuscheln und einem in Perlmutt schillernden weißen Koi (der selbstverständlich "Troi" heißt), dazu. Im Juli 2006 haben wir uns einen lebenslangen Traum erfüllt; am 14., um genau zu sein, zog der Golden Retriever-Rüde Mikey bei uns ein, der hat selbstverständlich eine eigene Rubrik. Und eben jener hat im Sommer 2007 auf einem Nachmittagsspaziergang eine ausgewachsene Schildkröte gefunden, die jetzt auch bei uns wohnt. Dazu später mehr. Jetzt geht es erst einmal um die Agamen, auch genannt

KLEINE DRACHEN

Bartagamen (Pogona vitticeps) heißen im Englischen tatsächlich "Bearded Dragons". Drachen mit Bart. Na meinetwegen. Sie stammen ursprünglich aus den Australischen Trockengebieten und sind Temperaturen zwischen 25 und 40°C gewohnt. Sie erreichen eine Gesamtlänge von 40 - 50cm. Um es den Tieren etwas angenehmer zu machen, sollte man im Terrarium auch ab und zu Wasser versprühen, bei Jungtieren empfiehlt es sich außerdem, sie mit Wasser zu benetzen, da ihnen das das Häuten erleichert und ansonsten außerdem die Gefahr besteht, daß der Schwanz vertrocknet und abfällt. (Au!) Soviel zum Allgemeinen.
Tja, und wie kommen wir nun ausgerechnet zu solchen Exoten?

Eine Nachbarin unserer Freundin Gerdi hatte Nachwuchs bei den Bartagamen; der Großteil der frisch geschlüpften Kleinen fiel allerdings der Spielwut der Nachbarskatze zum Opfer, lediglich zwei der Minidrachen waren noch übrig. Gerdi nahm sie erst einmal auf, konnte und wollte sie aber nicht behalten, weil ein artgerecht großes Terrarium in ihrem Haus keinen Platz hätte. Und so kamen wir ganz unverhofft zu unseren Echsen. Die beiden waren Anfang Oktober 2005 geschlüpft und wir haben sie, nicht wissend, ob Männchen oder Weibchen, einfach getauft: Miss Marple und Carabas. Leider starb Carabas schon kurze Zeit später; er war viel kleiner und fraß auch nicht richtig, wirkte apathisch und zog die Hinterbeine etwas nach. Da es für uns außer Frage stand, Miss Marple allein zu halten, schauten wir uns im Internet nach Züchtern in unserer Nähe um, die Jungtiere abzugeben hatten. Am gleichen Nachmittag bekamen wir einen Anruf und machten uns sofort auf den Weg nach Bürstadt, ca. eine halbe Stunde Fahrt. Und da wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir lieber eins der helleren oder lieber eins der etwas dunkler gefärbten Tiere haben wollten, haben wir einfach zwei genommen. Jetzt sind es also drei: Miss Marple, Carabas (der Zweite) und Bruce.

 Unterscheiden kann man sie auf den ersten Blick vielleicht nicht, aber wenn man die Tierchen eine Weile beobachtet, ist es recht einfach: Miss Marple ist die kleine, etwas rötliche, Bruce und Carabas sind gleich groß, aber Carabas ist etwas dunkler.

Dreigestirn Miss Marple Carabas Bruce

Das vorläufige Terrarium war klein und nur notdürftig ausgestattet mit einer kleinen Lampe und einem Stein, auf dem die Echse lagen und sich sonnten. Eigentlich taten sie den ganzen Tag nichts anderes... wenn man mal vom Fressen absieht. Der Speiseplan besteht bei Jungtieren aus mind. einmal täglich Lebendfutter (Mehlwürmer und Grillen) sowie aus Gemüse und Obst. Da gilt es aber erst einmal herauszufinden, was den Herrschaften genehm ist.


Die Bibliothek vor dem Umbau...

Gleich nachdem wir die drei bekommen hatten, haben wir uns um ein großes Terrarium gekümmert. Als Raum haben wir uns die Bibliothek ausgesucht und erstmal das ganze Zimmer umgeräumt, d.h. Regale ausräumen, herumschieben und wieder einräumen... Der Platz für das Heim der Agamen war also schon mal da. Wenige Tage später wurde der nach unseren Wunschmaßen gefertige Glaspalast gebaut und geliefert: 150x100x60. Jester hatte sich aus dem Internet viele nützliche Einrichtungstips für eine tolle Innenausstattung besorgt und so wurde die Bibliothek für fast drei Wochen zur Bastelstube.


 

 

 

 

Unter den wachsamen Augen der sehr neugierigen Minidrachen wurde Styropor ausgeschnitten, versiegelt, gehärtet und gestrichen; es entstanden Plattformen und Klettermöglichkeiten. Zu guter Letzt wurden die Aufbauten im Wüstensand-Design gestrichen und das Terrarium mit Sand, einer Kletterwurzel, Lampen und Pflanzen ausgestattet. Zwar fressen manche Tiere auch an den echten Pflanzen herum, aber solange die nicht giftig sind, ist es eigentlich egal, ob sie nun Blätter oder Salat fressen, oder?


... und jetzt!

Schließlich war es so weit und eines Samstagvormittags verfrachteten wir die drei Kleinen in ihr neues Heim. Anfangs befürchteten wir, daß sie sich in dem riesigen Ding "verlaufen" würden, aber wir machten sehr interessante Beobachtungen. Anstatt wie bisher auf ihrem Stein hingen die beiden "Jungs"
plötzlich im Geäst, an der senkrechten Wand - und auch sonst flitzen die Minis mit beachtlicher Geschwindigkeit umher. Anscheinend fühlen sie sich in ihrem Domizil wirklich wohl. Gut so, das war die Idee...

Bruce auf der Jagd: Anvisieren, niederringen und schmecken lassen:

Mit Futter soll man nicht spielen - meist kümmert sich das Futter aber nicht darum.
So war es zumindest am Anfang, aber so langsam bildet sich der Jagdinstinkt aus und
die netten Zeiten haben sich für Grille und Co. erledigt.

Up close and personal:
Miss Marple, Carabas und Bruce (jeder nur ein Kreuz.. ähm, eine Zeile)



         
 

Natürlich mußten auch die Agamen für die traditionellen
Weihnachts-Tier-Fotos herhalten -
und das ist dabei herausgekommen:

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